Warum in den Wald

 

Waldkindergarten Lüneburg e.V.

 

Matschen und Spielen, Toben und Klettern und immer wieder Spielen!

Mehr brauchen Kinder nicht, um glücklich zu sein. Wie gut, wenn sie das im Kindergarten nach Herzenslust mit anderen erleben können. Das gilt für Haus- und für Waldkindergärten.

Doch im Wald ist so einiges anders. Die Natur bestimmt den Raum – beständig und doch immer wieder neu – im Wechsel der Jahreszeiten. So zeigt sich der vertraute Wald des Kindergartens lebendig und wechselhaft. Zartes Grün sprießt im Frühling im Unterholz und will genauso geschont werden wie brütende Vögel. Schattige Plätze und kühles Bachwasser laden im Sommer zum Verweilen und Plantschen ein. Buntes Laub und grauer Nebel verwandeln Wege und Plätze im Herbst in eine verwunschene Zauberlandschaft. Und aus manchem Hang, der sonst zum Rutschen einlud, wird im Winter eine Rodelbahn und Schneewesen grüßen Spaziergänger.

 

Matschen – Natur- und Körpererfahrung

„Matscht du gerne in Kindergarten?“ „Ja“ (mit einem Strahlen in den Augen) „Was ist daran so schön?“ „Das Matschen!“ „Und was machst Du dabei am liebsten?“ „Matschkugeln.“, Alruna 3 Jahre im Gespräch mit ihrer Mutter

 

Wasser, Erde, Sand – das ist für Kinder kein ekliger Dreck, sondern ein sinnliches Erlebnis. Und dem geben sie sich gerne und intensiv hin. Im Wald ergibt sich das Matschen ganz von allein. Hier eine Pfütze, da patschiger Schlamm – welche wohlige Schmiererei mit Händen und Füßen. Nasse, klebrige Herbstblätter werden zu kleinen Kunstwerken zusammen gepatscht, zermuste Beeren, Blätter und Blüten zu Puppenbrei und Tierfutter gerührt. Und keiner schimpft, dass Hose oder Jacke sauber bleiben müssen.

 

Das Matschen ist aber mehr als sinnliches Vergnügen. Es geht auch um elementare Fragen: Wie fühlen sich meine Hände an, wenn der Matsch trocknet? Klebt Matsch gut zusammen, wenn ich Sand und Stöcke einknete? Sinkt mein Fuß immer tiefer und tiefer in die matschige Schlammpfütze oder kommt er irgendwann auf festen Grund? Solche Fragen entstehen beim Spiel. Sie lassen sich nur beantworten, wenn man ausprobiert und experimentiert.

Im Waldkindergarten gibt es dafür Zeit und Gelegenheit.

 

 

Klettern – Bewegung

Bäume ragen in den Himmel, Baumstämme liegen quer über dem Bach, Baumstümpfe verstecken sich am Wegesrand – das lädt zum Ausprobieren, Balancieren, Sich-üben ein. Wie hoch kann ich klettern? Wie komme ich über den Bach? Wie weit kann ich vom Baumstamm aus springen.

Tag täglich haben die Kinder immer wieder die Möglichkeit ihre eigenen Grenzen zu testen, die Geschicklichkeit zu erproben, ihr Können zu steigern. Und das ganz nebenbei: Auf ihrem Weg durchs Unterholz, beim Spielen an den Lieblingsplätzen, beim Durchqueren der naturbelassenen Flächen.

 

Das Bewegen auf unebenem Gelände fördert Gleichgewicht, Selbstvertrauen und Selbstsicherheit. Haltungsschäden und Übergewicht wird vorgebeugt, grob- und feinmotorische Geschicklichkeit geübt. Klettern, Balancieren und Sich-üben sind elementar für die motorische Entwicklung. Die Kinder lernen sich, ihre eigenen Fähigkeiten, ihren Körper und ihr Geschick durch das tägliche Bewegen in der Natur besser kennen und einschätzen – was auch die Unfallgefahr beim Herumtoben mindert.

 

Im Waldkindergarten sind die Kinder ständig in Bewegung – ohne Zwang, ganz spielerisch und an der frischen Luft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spielen – Fantasie und soziales Miteinander

„Mir war es wichtig, dass meine Tochter sich ausprobieren kann, entdecken kann, was alles in ihr steckt. Dafür wollte ich bewusst eine Umgebung haben, in der es kein vorgefertigtes Spielmaterial gibt.“ Mutter eines Waldkindes

 

Hier gibt es keine Puppenecken, keinen Bauteppich und keinen Toberaum. Im Wald gibt es Steine, Stöcke, Gräser und Kräuter, Blätter und Blüten, Sträucher und Büsche. Das sind die Bausteine für kreatives Spiel. Gerade war der Stock noch eine Rakete, auf der es sich blitzschnell durch das Weltall fliegen lässt, dann wurde er zum Staubsauger im Buschhäuschen und am Ende der Wanderstock für den langen Rückweg.

Der Wald bietet Platz zum wilden und zum ruhigen Spiel. Er lädt ein zum gemeinsamen Toben und gemütlichem Beisammensein. Hier verwandeln sich Kinder in wirbelige Drachen und zahme Ponys, die je nach Temperament spannende Abenteuer erleben oder in beschützen Weiden und Ställen umsorgt werden.

 

Das Spiel mit Naturmaterialien regt die Fantasie an. Das gemeinsame Spielen in der Natur fördert das Sozialverhalten, denn besonders im Wald wird das Miteinander geschult. Die Kinder sind den ganzen Vormittag als Gruppe unterwegs und kommunizieren viel miteinander. Sie wachsen zu einer festen Gemeinschaft zusammen, die achtsam miteinander umgeht.

 

Der Waldkindergarten steckt voller Spielideen, Spielmaterialien und Spielanlässen – und wartet darauf von den Kinder entdeckt zu werden.

 

Alles in allem:

Die Natur fördert die kindlichen Entwicklung. Das Spielen, Toben und Matschen im Wald macht Kinder stark und mutig fürs Leben. Sie werden selbständig und selbstbewusst. Der Aufenthalt im Freien wirkt sich dabei positiv auf das seelische und körperliche Wohlbefinden aus.

 

 

Waldkindergarten Lüneburg e.V. Telefon: 04131 - 2069456

Postfach 3051 info(at)waldkindergarten-lueneburg.de

21320 Lüneburg